St. Laurentius

Die heutige Trögener Kirche ist die Kapelle des alten Evenshausen und beherrscht das Dorfbild.

Der heilige Laurentius war der Sage nach ein Priester und soll im Jahre 258 n. Chr. von seinen Widersachern auf einem Rost zu Tode gebraten worden sein. Nach ihm wurde die Kirche benannt.

Ihr ältester Teil ist der wuchtige Turm mit einem schlichten Satteldach, der nur einige Lichtschlitze besitzt. Diese spendeten Licht für die Gottesdienste, die hier ursprünglich abgehalten worden sind. Als Erbauungszeit ist das 13. oder 14. Jahrhundert anzunehmen.

Der kleine Raum im Turm reichte später nicht mehr für die Gottesdienste aus, so dass man im Jahre 1596 das Portal anbaute. Der Fachwerkchor wurde mit einem massiven Sockel im Jahre 1762 angebaut.

1962 wurde die Kirche umfangreich renoviert, wobei auch ein neuer Altar gebaut und der gesamte Altarraum umgestaltet wurde

In letzter Zeit wurde, neben sonstigen Instandhaltungsmaßnahmen, die Kirchenmauer zum Schutz der Kirchenwände vor Nässe entsiegelt und mit Wein und anderen, verschiedenzeitig blühenden Gewächsen bepflanzt. Die Bepflanzung hat sich neben der Zweckmäßigkeit zum optischen Leckerbissen entwickelt.

Die Glocken

Die kleine Glocke der Kirche hat einen unteren Durchmesser von 65 cm, wiegt 150 kg und wurde im Jahre 1331 gegossen.

Wann, wo und von wem sie gegossen wurde, ist unbekannt. Unterhalb der Haube befindet sich folgende Inschrift in gotischen Buchstaben:

ST. LAURENTIUS. O REX GLORIAE CHRISTE VENI CUM PACE

(O König der Herrlichkeit, Christe, komm mit Frieden)

Unterhalb der Inschrift befindet sich an allen 4 Seiten ein kleines Kruzifix, darunter ein Medaillon mit 3 heiligen Figuren.

Als Ersatz für die große Glocke (286 kg), die 1917 zum Einschmelzen gegeben wurde, wurde 1924 eine 450 kg schwere Glocke für 465 Mark gekauft.

Es wurde bereits 1913 eine Turmuhr eingebaut, wofür 1939 ein Ziffernblatt, ein elektrisches Läutwerk und ein Betglockenanschlagswerk geliefert werden sollten. Doch dann kam der Krieg, und die Lieferung wurde zurückgestellt.

Im Jahre 1955 wurden dann zwei weitere Gussstahlglocken angeschafft. Die Inschrift der ersten Glocke lautet:

„Ich mahne die Lebenden zum Gedächtnis der Toten und der Gefallenen der Kriege 1914-1918 und 1939-1945, ANNO DOMINI 1955."

Dazu wurde ein neuer Glockenstuhl aus Eichenholz errichtet. 1957 war dann die Umstellung auf elektrisches Geläut einschließlich Betglockenwerk.

Die Gieseke-Orgel

In den Jahren 1855/56 wurde unter Pastor Färber die noch heute vorhandene Gieseke-Orgel zum Preise von 340 Talern eingebaut, die inzwischen Altertums- und Seltenheitswert hat. Es handelte sich hierbei um eine erhebliche Summe für die Gemeinde, die bei einer Sammlung 50 Taler auftreiben konnte. Einweihung wurde am Pfingstsonntag 1855 gefeiert. Die Orgel wurde in späteren Jahren, 1884, 1924 und 1946, nochmals überholt.