St. Mauritius

Kommen sie mit uns zu einer Führung durch unsere Kirche

Der Bau der Sankt Mauritius Kirche ist im Jahre 1423 ist von Herzogin Margarete von Braunschweig veranlasst worden.

Um die Entstehung der Kirche rankt sich die Legende, dass Herzogin Margaretes 1394 im Kirchenbann verstorbener Gatte Otto "der Quade" sein Seelenheil nur wiedererlangen könne, wenn sie für ihn und ihre Seele Buße tue.

Wir können vermuten, dass der Bau unserer heutigen Mauritius Kirche ein Teil ihrer Buße war, zumal es als sicher gilt, dass an gleicher Stelle bereits eine Kirche gestanden hat, die aber zu Margaretes Lebzeiten schon baufällig war. 


Blick in den Innenraum


Unser Altar stammt aus der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts. Zu dieser Zeit fand ein großer Umbau der Kirche statt. Da die Bevölkerung zu arm war, um die Kosten selbst zu tragen, stiftete schließlich der Landesvater Georg III. 150 Taler zur Beschaffung des Altars und einer neuen Kanzel, die wir im Verlauf unserer Führung noch vorstellen werden. Die Mittel für die Vergoldung wurden aus Spenden der Hardegser Bürger aufgebracht.


Im linken Teil des Chorraumes steht das Epitaph, eine aus Sandstein gehauene Gedenktafel des Drosten Antonius Kerssenbruch. Dieser war Amtshauptmann auf der Burg Hardeg für den Landesherrn von 1568-1576 und ist in der Gruft unter dem Chorraum beerdigt. Links neben dem Epitaph geht es zur Winkelmannkapelle.


Die Winkelmann-Kapelle ist Ende des 15.Jahrhunderts als erster Anbau an unsere Kirche errichtet worden. Sie stammt von der Bürgermeisterfamilie Winkelmann. Als im Jahre 1930 unsere Kirche von Grund auf renoviert wurde, fand man ein Grab in der Kapelle. Von daher wird vermutet, dass sie als Grabstätte der Famile diente.


Die Winkelmann- Kapelle dient heute als Sakristei.

Neben einem kleinen Altar finden sich hier unter anderem auch die Gerätschaften, die unsere Küsterin zur Pflege unserer Kirche benötigt.

 

 


Die Kanzel der Mauritius Kirche wurde zusammen mir dem Altar von den zuvor genannten 150 Talern Georgs III angeschafft.

Allerdings befindet sie sich nicht mehr im originalen Zustand. 1894 / 95 wurde die ursprünglich die Kanzel tragende Mosefigur aus Sicherheitsgründen durch eine Steinsäule ersetzt.

Von hier aus schaut man in die Georgskapelle. Zuallererst fällt der Blick auf den Taufstein.


Unser Taufstein stammt aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts und ist mit gotischen Ornamenten verziert.

Den Meister kennen wir nicht; er hat nur sein Steinmetzzeichen angebracht, nicht seinen Namen.

Den Fuß schmückt Jesu Dornenkrone: ein Hinweis darauf, dass wir in der Taufe sowohl an Jesu Tod als auch an seiner Auferstehung teilhaben.


Die Sankt Georgskapelle ist ebenfalls eine Stiftung der Herzogin Margarete und ist zusammmen mit der Kirche erbaut worden. Das wird auch in dem Schlussstein der sechs Bögen des gotischen Deckengewölbes deutlich. Bis 1768 war die Kirche Begräbnisstätte für Prediger und solche Personen, die ihr Zuwendungen gemacht haben. In dieser Kapelle sind zwei Grabdenkmäler von künstlerischem und geschichtlichem Wert.

Das in Holz ausgeführte Denkmal der Herzogin Magarete ist leider nicht in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten. Es besteht nur noch aus der oberen Platte mit dem lebensgroßen Bildnis der Herzogin in gotischer Umrahmung. Es ist das Werk eines unbekannten Holzbildhauers aus dem 15. Jahrhundert.

Das zweite Grabdenkmal zeigt Margaretes Stiefsohn, Herzog Wilhelm, in Lebensgröße. Der Sarkophag ist leer, ist also ein sogenanntes Zenotaph. Beigesetzt ist der Herzog selbstverständlich in der Gruft unter dem Chorraum.

Das Bildnis des Herzogs wirkt sehr jugendlich. Nach unseren Quellen ist er nur 21 Jahre alt geworden.Der Überlieferung nach soll Wilhelm an den Folgen eines Hundebisses gestorben sein.

Es ist bis heute nicht geklärt, ob das Tier zu seinen Füßen einen Hund darstellen soll, oder aber einen jungen Löwen aus dem Wappen der Welfen.

Benachbart zu Margaretes Wappen ist im Schlußstein des darauffolgenden Bogens das Wappen der Welfen angebracht.


Die Edskes-Orgel ist benannt nach ihrem Erbauer, dem holländischen Orgelbauer Bernhardt H. Edskes, aus Wohlen in der Schweiz. Die gesamte Orgel ist vollständig aus Holz gebaut, nicht einmal Schrauben oder Nägel wurden verwendet.

Am Pfingstsonntag, 26. Mai 1996, wurde sie geweiht.

Dem Betrachter fallen zumeist zwei Details als Erstes ins Auge:

Der Engel am Fuß der Orgel

und der beschriftete Eichenbalken, der wie ein Fundament unter ihr ruht. Seine Inschrift: "Lobet den Herrn in seinem Heiligthum"

Dieser Eichenbalken ist der einzige, der aus der vorherigen Orgel gerettet werden konnte.

 

 

Auf der Empore können wir uns der Orgel nähern.

Nun können wir an den Platz des Organisten herantreten.

Hier sehen Sie Detailaufnahmen der mit Ornamenten umrahmten Orgelpfeifen.


Von der Orgelempore aus blickt man auf das Himmelfahrtsbild.

Dieses Bild entstand im Jahre 1930 im Zuge der bereits erwähnten Restaurierung. Geschaffen wurde es von Professor Dr. Gustav Halmhuber aus Goslar. Das 12 Quadratmeter große Gemälde stellt die Himmelfahrt Christi dar. Die Technik, in der der Künstler dieses Bild schuf, ist bereits aus dem Mittelalter bekannt. Sie wird als "Sgraffitto" bezeichnet, was so viel bedeutet wie Kratzmalerei.


Die Texte und Fotos stammen von P. Daniel Konnerth. Frau Käthe von Gierke Pn.i.R. hat die Erstellung der Kirchenführung mit ihrem Fachwissen begleitet und mit formuliert. An dieser Stelle gilt beiden unser besonderer Dank.